Hygieneschulung für Fleischerei und Feinkost: Theke, Imbiss, Faschiertes

In der Fleischerei muss jede Person geschult sein, die mit Fleisch, Wurst oder Feinkost umgeht, vom Zerlegen bis zum Verkauf an der Theke. Die österreichische Leitlinie sieht die Hygieneschulung mindestens einmal im Jahr und bei jedem Neueintritt vor. Weil rohe und verzehrfertige Ware nebeneinander liegen, schaut die Aufsicht hier besonders auf Kühlung und Trennung.

Stand: 11. Oktober 2026 · Quellen am Ende der Seite

  • Bei Kontrollen der Lebensmittelaufsicht in der Praxis akzeptiert
  • Aufgebaut nach der österreichischen Leitlinie für die Personalschulung
  • Von Gastro-Profis erstellt – seit 2021 über 950 Personen geschult
  • Gültiger Schulungsnachweis für deine Hygienemappe

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Das Wichtigste in Kürze

  • ✔ Geschult sein müssen Produktion, Theke, heiße Theke und Partyservice, auch Aushilfen vor Feiertagen.
  • ✔ Die Leitlinie für Einzelhandelsunternehmen nennt Höchsttemperaturen: zum Beispiel plus 4 °C für rohes Faschiertes.
  • ✔ Faschiertes darf laut Leitlinie nur aus frischen, durchgekühlten Fleischstücken hergestellt werden.
  • ✔ Warme Speisen wie Leberkäse werden bei über 70 °C gehalten.
  • ✔ An der Theke gilt die Allergeninformation für Wurst, Salate und Imbiss: schriftlich oder mündlich durch geschultes Personal.

Wer in der Fleischerei geschult sein muss

In kleinen Betrieben macht oft eine Person alles: zerlegen, wursten, verkaufen, Leberkässemmel richten. In größeren sind die Bereiche getrennt. Geschult sein müssen alle.

  • Fleischerinnen und Fleischer in Zerlegung und Wurstküche
  • Verkaufspersonal an der Fleisch-, Wurst- und Feinkosttheke
  • Personal an der heißen Theke und im Imbiss
  • Alle, die Platten und Brötchen für den Partyservice richten
  • Lehrlinge, Aushilfen in der Grillsaison und vor Weihnachten und Ostern
  • Feinkostpersonal im Lebensmittelhandel mit Bedientheke

Kühlkette, Faschiertes, heiße Theke: die Risiken

Für Fleisch nennt die Leitlinie für Einzelhandelsunternehmen in ihrer Beilage zur Kühlkette konkrete Höchsttemperaturen. Maßgeblich ist die Temperatur des Produkts, nicht die Anzeige der Vitrine.

Der heikelste Punkt im Alltag ist der Wechsel zwischen den Waren. Wer gerade Hühnerkeulen eingepackt hat und danach Extrawurst aufschneidet, kann Keime von roher auf verzehrfertige Ware übertragen. Feste Abläufe helfen: eigene Zangen und Bretter je Bereich, Hände waschen nach rohem Fleisch und Geflügel, und beim Einpacken Papier oder Folie statt der bloßen Hand.

RisikoWorauf es ankommt
Rohes FaschiertesHöchstens plus 4 °C. Nur aus frischen, durchgekühlten Fleischstücken herstellen, keine Abschnitte verwenden
Geflügel, Kaninchen, KleinwildHöchstens plus 4 °C, getrennt von anderer Ware lagern und verkaufen
Anderes FrischfleischHöchstens plus 7 °C
InnereienHöchstens plus 3 °C
TiefkühlwareMinus 18 °C
Heiße Theke: Leberkäse, Braten, GrillhendlBei über 70 °C halten, Temperatur regelmäßig messen
Rohes Fleisch neben AufschnittGetrennte Bereiche, Messer, Bretter und Zangen. Nach rohem Fleisch Hände waschen
Aufschnittmaschine und FaschiermaschineZerlegen und gründlich reinigen, Fleischreste sind ein Nährboden
FeinkostsalateGekühlt halten. Für Kartoffelsalat nennt die Leitlinie höchstens plus 8 °C und möglichst Verbrauch am Tag der Herstellung

Was die Lebensmittelaufsicht in der Fleischerei prüft

Fleischereien werden wegen der sensiblen Ware genau angeschaut. Das ist kein Grund zur Sorge, wenn Kühlung und Aufzeichnungen passen. Die Aufsicht misst oft selbst nach, an der Theke und im Kühlraum.

  • Temperaturkontrolle der Kühlgeräte, laut Leitlinie einmal täglich vor Arbeitsbeginn, Abweichungen werden notiert
  • Temperaturen an der heißen Theke
  • Schulungsnachweis pro Person und unterschriebene Gesundheitsbelehrung
  • Reinigungs- und Desinfektionsplan, vor allem für Maschinen und Schneidbretter
  • Wareneingang und Rückverfolgbarkeit: Lieferscheine und Rechnungen
  • Allergeninformation für Wurst, Salate und warme Speisen

Welche Schulungen in der Fleischerei nötig sind

Gerade in der Fleischerei ist die Gesundheitsbelehrung wichtig: Wer Durchfall oder eitrige Wunden an den Händen hat, darf nicht mit offener Ware arbeiten. Die Belehrung ersetzt das frühere Gesundheitszeugnis, mehr dazu im Ratgeber Gesundheitszeugnis in Österreich.

SchulungWer im BetriebWann und wie oft
Hygieneschulung (HACCP)Zerlegung, Wurstküche, Theke, heiße Theke, PartyserviceBei Neueintritt und neuen Aufgaben, mindestens einmal im Jahr
Belehrung über gesundheitliche AnforderungenAlle, die mit Lebensmitteln umgehenVor Aufnahme der Tätigkeit, danach jährlich
AllergenschulungThekenpersonal, das mündlich Auskunft gibtVor der ersten Auskunft, mindestens alle 3 Jahre

Zwei Leitlinien: eine für den Verkauf, eine für die Produktion

Für Theke und Verkaufsraum gilt die Leitlinie für eine gute Hygienepraxis und die Anwendung der Grundsätze des HACCP in Einzelhandelsunternehmen. Aus ihr stammen die Temperaturen in der Tabelle oben.

Für Zerlegung und Wurstküche gibt es die Leitlinie für eine gute Hygienepraxis und die Anwendung der Grundsätze des HACCP bei der Schlachtung und Zerlegung von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen und Einhufern sowie bei der Herstellung von Fleischerzeugnissen. Sie gilt auch für eingetragene Einzelhandelsunternehmen, die Fleisch be- und verarbeiten und direkt an Konsumenten abgeben. Für Verkaufsräume gilt sie ausdrücklich nicht. Sie nennt etwa für den Zerlegeraum eine Raumtemperatur von höchstens plus 12 °C.

Schulung ohne Ausfall an der Theke

Eine Fleischerei kann die Theke nicht für einen halben Kurstag zusperren. Online macht jede Person die Schulung außerhalb der Stoßzeiten, am Handy, Tablet oder PC. Vor Feiertagen sind neue Aushilfen damit geschult, bevor sie das erste Mal hinter der Theke stehen.

Das LM-SAFE-Paket von team24.training enthält Hygieneschulung, Allergenschulung und Gesundheitsbelehrung und ist in unter einer Stunde erledigt. Es gibt keine Prüfung, das Zertifikat kommt direkt nach dem Abschluss per E-Mail. Wer nur die Hygieneschulung braucht, findet sie unter HACCP-Schulung. Temperaturlisten und ein Formular für den Wareneingang gibt es bei den HACCP-Vorlagen gratis.

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Häufige Fragen

Quellen

Diese Seite fasst die Rechtslage in Österreich zusammen (Stand: 11. Oktober 2026) und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die verlinkten Vorschriften und die Auskunft deiner Lebensmittelaufsicht.

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