Das Wichtigste in Kürze
- ✔ Die Schulungspflicht hängt an der Tätigkeit, nicht am Dienstverhältnis. Sie gilt auch für Aushilfen pro Event.
- ✔ Heiß angelieferte Speisen müssen laut Leitlinie mindestens 65 °C haben, am Buffet ebenso.
- ✔ Kühlpflichtige Speisen werden bei höchstens 9 °C angeboten, heikle Speisen wie Beef Tartare kälter.
- ✔ Handwaschgelegenheit und Arbeitsflächen am Veranstaltungsort klärst du vor dem Event.
- ✔ Gibt der Auftraggeber das Essen selbst aus, ist er für die Hygiene bei der Ausgabe zuständig.
Wer beim Event geschult sein muss
Die EU-Hygieneverordnung verlangt die Schulung für alle, die mit Lebensmitteln umgehen. Ob jemand fix angestellt ist oder nur für einen Abend aushilft, spielt keine Rolle. Die Leitlinie Hygiene für Caterer hält ausdrücklich fest, dass die Leitlinie für die Personalschulung und die Leitlinie zu den gesundheitlichen Anforderungen auch beim Catering anzuwenden sind.
- Küche und Produktion
- Fahrerinnen und Fahrer, die Speisen verladen und ausliefern
- Aufbau- und Buffetteam am Veranstaltungsort
- Service und Schank, wenn offene Speisen oder Getränke ausgegeben werden
- Aushilfen pro Event, Leasingpersonal und mithelfende Familienmitglieder
- Personal des Auftraggebers, wenn es die Ausgabe übernimmt
Die typischen Risiken unterwegs und am Buffet
Die Angaben stammen aus der Leitlinie Hygiene für Caterer. Unter „gekühlt“ versteht sie 0 bis 9 °C mit einer Toleranz bis 10 °C.
| Risiko | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Transport | Speisen abdecken oder verpacken. Kühlpflichtiges nie gemeinsam mit warmen Speisen verpacken. Transportbehälter sauber halten. |
| Heiß anliefern und warmhalten | Mindestens 65 °C bei der Anlieferung und während der Ausgabe. |
| Kalte Platten | Die Kühlkette nicht unterbrechen. Kühlpflichtige Speisen bei höchstens 9 °C anbieten. Für Beef Tartare werden höchstens 4 °C empfohlen. |
| Lange Buffetzeiten | Lieber mehrmals anliefern oder nachbestücken, als alles auf einmal hinzustellen. |
| Hände und Handschuhe | Speisen bei der Ausgabe nie mit bloßen Händen berühren. Einweghandschuhe bei jedem Tätigkeitswechsel tauschen, etwa nach dem Ausladen. |
| Fremde Location | Handwaschgelegenheit und Flächen für Fertigstellung und Ausgabe vorab klären. |
| Ende der Veranstaltung | Hygienisch sensible Speisen, auf die Gäste direkt Zugriff hatten, werden verworfen. |
| Allergene | Glutenfreie Speisen nicht gemeinsam mit glutenhaltigen verpacken. Die Allergeninformation muss am Buffet verfügbar sein. |
Was Lebensmittelaufsicht und Auftraggeber sehen wollen
Beim Catering arbeitest du nicht in deinem Betrieb. Nimm die Nachweise deshalb zum Event mit, damit du sie bei einer Kontrolle vor Ort zeigen kannst. Auch Auftraggeber fragen manchmal vorab danach. Wir kommen selbst aus der Eventgastronomie und halten die Unterlagen pro Veranstaltung griffbereit.
Die Leitlinie für die Personalschulung verlangt, dass Schulungen dokumentiert und die Nachweise mindestens drei Jahre aufbewahrt werden. Hebe also auch die Nachweise von Aushilfen auf, die nur einmal im Einsatz waren. Temperaturlisten, Reinigungsplan und Schulungsnachweis gibt es bei den HACCP-Vorlagen gratis.
- Schulungsnachweise aller eingesetzten Personen, auch der Aushilfen
- Unterschriebene Erklärungen zur Belehrung über die gesundheitlichen Anforderungen
- Temperaturaufzeichnungen beim Verladen, bei der Ankunft und während der Ausgabe
- Reinigungsnachweise für Fahrzeug und Transportbehälter
- Allergeninformation zu jedem Gericht
Welche Schulungen Stammteam und Aushilfen brauchen
Wer am Buffet mündlich über Allergene Auskunft gibt, braucht die Allergenschulung, und ein gut sichtbarer Hinweis muss darauf aufmerksam machen. Die Alternative ist die schriftliche Kennzeichnung bei jedem Gericht. Details stehen im Ratgeber Allergenschulung: Pflicht und Intervalle.
| Schulung | Wer | Wann und wie oft |
|---|---|---|
| Hygieneschulung | Stammteam und Aushilfen mit Lebensmittelkontakt | Vor dem ersten Einsatz, danach mindestens einmal im Jahr |
| Belehrung über gesundheitliche Anforderungen | Dieselben Personen | Vor Aufnahme der Tätigkeit mit schriftlicher Erklärung, danach jährlich |
| Allergenschulung | Wer Gästen mündlich Auskunft über Allergene gibt | Mindestens alle 3 Jahre |
Die Leitlinie Hygiene für Caterer
Für die Branche gibt es eine eigene österreichische Leitlinie: die Leitlinie Hygiene für Caterer des Gesundheitsministeriums aus 2018, zuletzt geändert am 7.12.2023. Caterer ist demnach, wer Speisen und Getränke außerhalb seiner üblichen Betriebsräume anbietet und für einen Auftraggeber herrichtet und zustellt, von belegten Brötchen bis zur vollständigen Bewirtung einer Großveranstaltung.
Die Leitlinie umfasst den Umgang mit Lebensmitteln außerhalb des Produktionsstandorts, vom Transport bis zur Abgabe an die Gäste. Für die Herstellung in deiner Küche gilt die Leitlinie deiner Branche. Wichtig für Verträge: Erfolgt die Ausgabe durch den Auftraggeber oder dessen Personal, hat dieser für die Einhaltung der Anforderungen bei der Verabreichung zu sorgen. Halte im Angebot fest, wer ausgibt.
Aushilfen schulen, bevor der Dienst beginnt
Schwierig ist im Catering meist nicht das Stammteam. Es sind die Aushilfen, die am Freitag zusagen und am Samstag am Buffet stehen. Online geht das ohne Termin: Die Aushilfe macht das LM-SAFE-Paket am Handy, in unter einer Stunde und ohne Prüfung. Das Zertifikat kommt direkt nach dem Abschluss per E-Mail und lässt sich an dich weiterleiten. Die Schulung gibt es in über 17 Sprachen.
Wer regelmäßig mit vielen Leuten arbeitet, fragt über Für Firmen ein Angebot an, ab 29,98 € zzgl. USt. pro Person bei Großabnahme. Du zahlst einmal, bekommst eine Rechnung und gibst Gutscheincodes an dein Team weiter. Jede Person braucht dafür eine eigene E-Mail-Adresse.
Ist online überhaupt erlaubt?
Ja. Was das Gesetz verlangt und wie der Kontrolleur das Zertifikat prüft.
Was spart dein Betrieb?
Kursgebühr, Arbeitszeit und Anfahrt vor Ort gegen online – in Sekunden ausgerechnet.
30 Tage Geld-zurück-Garantie
Erkennt eine Behörde dein Zertifikat nicht an, bekommst du dein Geld zurück.
Häufige Fragen
Quellen
- Leitlinie Hygiene für Caterer (2018, geändert am 7.12.2023)
- Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene, Erwägungsgrund 9 und Anhang II Kapitel XII
- WKO: Übersicht der österreichischen Hygieneleitlinien (u. a. Leitlinie für die Personalschulung)
- Allergeninformationsverordnung, BGBl. II Nr. 175/2014
Diese Seite fasst die Rechtslage in Österreich zusammen (Stand: 11. Oktober 2026) und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die verlinkten Vorschriften und die Auskunft deiner Lebensmittelaufsicht.
Weitere Branchen
Hygieneschulung für die Gastronomie: Restaurant, Gasthaus, Café und Bar
Wer in Küche, Service und Schank geschult sein muss und welche Nachweise im Lokal aufliegen sollen.
Hygieneschulung für Hotel und Pension: Frühstück, Küche, Bankett
Vom Frühstücksbuffet bis zur Minibar: wer im Haus geschult sein muss und was vor Saisonstart zu erledigen ist.
Hygieneschulung für Bäckerei und Konditorei: Backstube, Verkauf, Eis
Cremen, belegte Weckerl, Eis und offene Ware: was in Backstube und Filiale zählt und wer geschult sein muss.
Hygieneschulung für Fleischerei und Feinkost: Theke, Imbiss, Faschiertes
Rohes Fleisch, Aufschnitt und Leberkäse auf engem Raum: wer geschult sein muss und welche Temperaturen gelten.
Hygieneschulung für Imbiss, Würstelstand, Foodtruck und Marktstand
Wenig Platz, Wasser aus dem Tank, Kühlung am Aggregat: was am Stand zählt und welche Nachweise du dabeihaben sollst.
Hygieneschulung für Kindergarten, Krippe, Hort und Schule
Jause, angeliefertes Mittagessen, eigene Küche und Kochen mit Kindern: wer geschult sein muss und worauf es bei kleinen Kindern ankommt.
Hygieneschulung für Pflegeheim, Krankenhausküche und Betreutes Wohnen
Empfindliche Personengruppen, lange Wege und Essensausgabe auf der Station: was für Küche und Pflege gilt.
Hygieneschulung für Vereine, Feuerwehrfeste und Zeltfeste
Ehrenamtliche Helfer, gelegentliche Feste, Kuchenspenden: was belegt ist, was offen ist und wie ihr es einfach organisiert.
Hygieneschulung für Lebensmittelhandel und Supermarkt
Feinkosttheke, Aufbackstation, Obst und Gemüse, Lager und Kassa: wer geschult sein muss und welche Regeln die Leitlinie für den Handel nennt.
Hygieneschulung für Tankstellenshop, Kiosk und Trafik
Würstel, Leberkäse, belegte Weckerl, Kaffee und Aufbackware: wer im Shop geschult sein muss und welche Regeln gelten.
Hygieneschulung für Eissalon, Eisdiele und Eiscafé
Pasteurisieren, Softeis-Automat, Portionierer im Wasser und viele Aushilfen in der Saison: was im Eissalon gilt.
Hygieneschulung für Kantine, Betriebsküche und Mensa
Gemeinschaftsverpflegung, Ausgabe, Cook and Chill, Regenerieren und Allergene im Wochenplan: was in der Kantine gilt.
Hygieneschulung für Systemgastronomie, Franchise und Filialbetriebe
Viele Standorte, Schichtbetrieb und ständig neue Leute: wie du jede Person vor der ersten Schicht schulst und den Überblick behältst.
Hygieneschulung für Event- und Ballgastronomie
Maturaball, Zeltfest, Messe: Bar auf Zeit, mobile Schankanlage, Eis, Gläser und Aushilfen für einen Abend. Was gilt und wer geschult sein muss.
Hygieneschulung für Krankenhaus- und Klinikküchen
Patientinnen und Patienten mit geschwächter Abwehr, Sonderkostformen, lange Wege auf die Station: was für Küche, Speisenverteilung und Teeküche gilt.
Hygieneschulung für Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
Tageszentrum, betreutes Wohnen, Werkstatt mit Küche oder Café: wer geschult sein muss, was beim gemeinsamen Kochen gilt und wo die Grenzen offen sind.
Hygieneschulung für Essen auf Rädern und Mahlzeitendienste
Kochen, verpacken, ausliefern, übergeben: was beim Mahlzeitendienst zählt, wenn das Essen zu älteren Menschen nach Hause kommt.
Hygieneschulung für Direktvermarkter, Hofladen und Bauernmarkt
Milch und Käse, Fleisch, Eier, Brot, Most und Säfte: was im Hofladen und am Bauernmarkt gilt und wer geschult sein muss.
Hygieneschulung für Buschenschank und Heurigen
Brettljause, Aufstriche, Selchwaren und ein saisonaler Betrieb mit Familie und Aushilfen: was gilt und wer geschult sein muss.
Hygieneschulung für Lebensmittelproduktion und Manufaktur
Käserei, Brauerei, Destillerie, Feinkost- und Marmeladenmanufaktur: wer in Produktion und Abfüllung geschult sein muss und was die Schulung abdeckt.
Hygieneschulung für Schulbuffet, Schulküche und Mittagstisch an Schulen
Buffet in Pacht, Jausenverkauf durch den Schulwart, Ausspeisung zu Mittag: wer geschult sein muss und was bei Allergenen gilt.
Hygieneschulung für Personalleasing, Arbeitskräfteüberlassung und Aushilfen in der Gastronomie
Überlasser, Einsatzbetrieb, wechselnde Küchen: wer für die Schulung sorgen muss und was Leasingkräfte vor dem ersten Dienst brauchen.
Hygieneschulung für Bordgastronomie: Bahn, Schiff, Bus und Flugcatering
Speisewagen, Bordbistro, Ausflugsschiff und Catering für Flüge: was für Kühlkette, enge Bordküchen und wechselnde Crews gilt.
Hygieneschulung fürs Feuerwehrfest: Küche, Grill und Schank
Grillhendl, Backhendl, Frühschoppen und Schankwagen: was die Lebensmittelaufsicht beim Feuerwehrfest erwartet und wie ihr alle Kameradinnen und Kameraden vor dem Fest schult.
Hygieneschulung für Landjugend-Feste: Zeltfest, Erntedank, Ball und Bar
Zeltfest, Erntedankfest, LJ-Ball oder Disco: was die Landjugend Steiermark zu Schulungen schreibt, was die Lebensmittelaufsicht verlangt und wie ihr junge Helfer unkompliziert schult.
Hygieneschulung für Zeltfest, Dorffest und Sommerfest
Musikverein, Sportverein, Gemeinde oder Pfarre: Grillstand, Kuchenbuffet, Schankwagen und Eis bei 30 Grad. Was die Lebensmittelaufsicht verlangt und wie ihr alle Helfer schult.
Hygieneschulung für Adventmarkt, Punschstand und Winterfeste
Punsch, Glühwein, Maroni, Langos und Kekse: was am Adventmarkt, beim Krampuslauf, im Fasching und zu Silvester gilt und wie ihr alle Standhelfer vor der Saison schult.
